Sandstrahlen

Verständlich erklärt

Sandstrahlen ist die moderne und effizientere Alternative zum klassischen Schleifen. Dabei wird ein Strahlmedium mithilfe von Druckluft durch einen Strahlschlauch und eine Düse auf das Bauteil gelenkt. Über einen Druckminderer kann die Förderkraft individuell eingestellt werden – z. B. 1 Bar für dünne Bleche oder bis zu 5 Bar für massive Bauteile. 

Das Strahlmedium trifft auf die Oberfläche und erzeugt Reibung, ähnlich wie beim Schleifen. So wird die Oberfläche aufgeraut, was für die spätere Pulverbeschichtung entscheidend ist. Eine gleichmäßige Aufrauung sorgt für bessere Haftung und ein langlebiges Finish, selbst in schwer zugänglichen Ecken und Kanten. 

Strahlmedien und Rauheitswerte

Je nach Material setzen wir unterschiedliche Strahlmittel ein,
um die optimale Rauheit zu erzielen: 

Aluminium: Edelkorund
Stahl: Normalkorund
Edelmetalle & empfindliche Oberflächen:
Glasperlen im Nassstrahlverfahren – glättend und leicht verdichtend

Für Pulverbeschichtung benötigt die Oberfläche „Höhen und Tiefen“ – ähnlich einer Berglandschaft – damit der Lack ideal haftet. Kantige Strahlmittel wie Korund erzeugen diese Struktur zuverlässig. 

Nasstrahlverfahren

Glasperlen | nur für spezielle Anwendungen

Glasperlen sind rund und erzeugen keine kantige Rauheit. Sie verdichten die Oberfläche eher und werten sie optisch auf. Für Pulverbeschichtung sind sie daher nicht geeignet, werden aber im AUER-Nassstrahlverfahren gezielt eingesetzt, z. B. bei Aluminium-Gussteile, Edelstahl oder Messing. Durch das Wasser gleiten die Glasperlen sanft über die Oberfläche, schonen Dichtflächen und erzeugen ein leicht glänzendes, gleichmäßiges Finish.

Nassstrahlen ist in Deutschland noch relativ unbekannt, gilt aber besonders in den USA als beliebtes Premium-Verfahren. Dabei werden feine Glasperlen mit Wasser gemischt und unter Druck auf das Werkstück gestrahlt. Im Gegensatz zum Trockenstrahlen wirkt das Strahlmittel gleitend statt einschlagend – die Bearbeitung ist dadurch deutlich schonender.

  • Schonende Oberflächenbearbeitung
  • Gleichmäßiges, feines Finish
  • Geringe Wärmeentwicklung
  • Kaum Staubentwicklung (Staub wird im Wasser gebunden)
  • Umweltfreundlicher als Trockenstrahlen
  • Vielseitig einsetzbar (Reinigung, Entgraten, Vorbereitung)
  • Restaurierung von Oldtimern
  • Aufbereitung von Bauteilen und Maschinenkomponenten
  • Reinigung von historischen Objekten
  • Aluminium-Gussteile
  • Edelstahl
  • Kupfer und Messing
  • Gussformen
  • Kein Materialabtrag und keine Beschädigung
  • Dichtungen und Gummi bleiben meist unberührt
  • Feineres Ergebnis
  • Glattere, geschlossene Oberfläche (beständiger gegen Kratzer, Korrosion und Schmutz)

Präzision durch getrennte Strahlkabinen

Kontaktkorrosion ist unser größter Feind: Wenn Aluminium- und Stahlpartikel im gleichen Strahlverfahren aufeinander treffen, können sich unter der Beschichtung Reaktionsstellen bilden. Deshalb arbeiten wir mit separaten Kabinen für Aluminium und Stahl

OTI-Handstrahlkabine für Aluminium mit Edelkorund 
SAPI-Anlage für Stahl mit Normalkorund 

Bauteile, die beide Materialien enthalten, wie z. B. ein Zündapp-Rahmen, erfordern besondere Aufmerksamkeit – hier achten wir besonders auf saubere Trennung und schonende Bearbeitung. 

Unsere Strahlkabinen

Alle unsere Kabinen stammen von deutschen Herstellern und bekannten Marken wie SAPI, OTI und AUER. Wir haben insgesamt drei Kabinen, um für jede Anwendung das richtige Verfahren und Medium anzubieten – ob Einzelteile, Kleinserien oder komplexe Bauteile. 

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